1. Schaffen Sie eine ruhige und angenehme Umgebung
Eine beruhigende Atmosphäre kann viel dazu beitragen, dass sich der Sterbende sicher und geborgen fühlt.
- Ruhige Umgebung: Halten Sie den Raum ordentlich, hell und frei von unnötigen Ablenkungen.
- Persönliche Gegenstände: Bringen Sie vertraute Dinge wie Fotos, persönliche Andenken oder Lieblingsdecken in die Nähe.
- Beruhigende Klänge: Sanfte Musik oder natürliche Geräusche wie Vogelgezwitscher können beruhigend wirken.
2. Zeigen Sie Präsenz
Ihre Anwesenheit kann dem Sterbenden Trost spenden, auch wenn keine Worte gesprochen werden.
- Halten Sie die Hand: Körperliche Nähe vermittelt Sicherheit und Verbundenheit.Legen Sie die Hand unter die Hand Ihres Angehörigen, damit er jederzeit die Möglichkeit hat, diese auch loszulassen.
- Seien Sie aufmerksam: Hören Sie zu, wenn der Sterbende sprechen möchte, und lassen Sie auch Stille zu.
- Zeit schenken: Verbringen Sie gemeinsame Zeit, ohne sich von anderen Verpflichtungen drängen zu lassen.
3. Kommunizieren Sie offen, aber einfühlsam
Der Umgang mit Themen wie Abschied, Tod und letzten Wünschen ist nicht einfach, aber wichtig.
- Sprechen Sie ehrlich: Vermeiden Sie leere Floskeln und gehen Sie auf Fragen oder Ängste des Sterbenden ein.
- Erlauben Sie Emotionen: Geben Sie Raum für Trauer, Angst oder auch Freude über schöne Erinnerungen.
- Fragen Sie nach Wünschen: Klären Sie, was dem Sterbenden wichtig ist, z. B. Abschiedsrituale, Treffen mit bestimmten Personen oder besondere Anliegen.
4. Unterstützen Sie bei körperlichen Bedürfnissen
Viele Sterbende benötigen praktische Hilfe bei alltäglichen Dingen.
- Pflege: Unterstützen Sie bei der Körperpflege oder organisieren Sie professionelle Hilfe, z. B. über ambulante Pflegedienste.
- Ernährung: Bieten Sie leichte, gut verträgliche Speisen an, und akzeptieren Sie, wenn der Appetit nachlässt.
- Schmerzmanagement: Helfen Sie, Medikamente regelmässig einzunehmen, und besprechen Sie Beschwerden mit dem Palliativteam. Hier gibt es weitere Informationen zum Symptommanagement.
5. Achten Sie auf emotionale Bedürfnisse
Die letzte Lebensphase ist oft von intensiven Emotionen geprägt.
- Hören Sie aktiv zu: Viele Sterbende möchten über ihr Leben, ihre Erinnerungen oder ihre Ängste sprechen.
- Trost spenden: Ein einfaches „Ich bin hier für dich“ kann große Wirkung haben.
- Rituale anbieten: Gemeinsames Beten, Singen oder das Erzählen von Geschichten kann emotionale Unterstützung bieten.
6. Binden Sie professionelle Unterstützung ein
Sie müssen diese Zeit nicht allein bewältigen.
- Palliative Care: Ein spezialisiertes Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten kann helfen, Symptome wie Schmerzen oder Atemnot zu lindern.
- Seelsorge: Spirituelle Begleiter können Trost spenden, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit.
- Hospizdienste: Hospize bieten nicht nur Sterbenden, sondern auch Angehörigen umfassende Unterstützung.
- Sterbebegleiter: Freiwillige Sterbebegleiter können Sie ebenfalls unterstützen, indem Sie sich mit dem Sterbenenden Austauschen und Ihnen Freiraum verschaffen.
7. Vergessen Sie sich selbst nicht
Die Begleitung eines Sterbenden kann emotional und körperlich belastend sein.
- Nehmen Sie sich Pausen: Gönnen Sie sich Momente der Ruhe und Erholung, um neue Kraft zu tanken.
- Sprechen Sie mit anderen: Der Austausch mit Freunden, Familie oder einer Trauerbegleitung kann helfen, die eigenen Gefühle zu verarbeiten.
- Akzeptieren Sie Ihre Grenzen: Es ist in Ordnung, nicht immer stark zu sein oder sich professionelle Hilfe zu holen.
8. Schaffen Sie wertvolle Erinnerungen
Die letzten Tage und Wochen können trotz aller Schwere auch Momente voller Verbundenheit und Bedeutung bieten.
- Teilen Sie Erinnerungen: Sprechen Sie über schöne gemeinsame Erlebnisse oder sehen Sie sich alte Fotos an.
- Erfüllen Sie letzte Wünsche: Ob es ein besonderes Essen, ein Lied oder ein Treffen mit einer geliebten Person ist – kleine Gesten können Großes bewirken.
- Seien Sie kreativ: Schreiben Sie zusammen Briefe, gestalten Sie ein Erinnerungsalbum oder führen Sie ein Abschiedsgespräch.
Abschied mit Liebe und Würde
Die Begleitung eines geliebten Menschen in der letzten Lebensphase ist ein tief berührender Prozess. Auch wenn es eine Zeit voller Herausforderungen ist, bietet sie die Möglichkeit, Nähe, Liebe und Dankbarkeit auszudrücken. Jeder Moment, den Sie miteinander teilen, ist wertvoll. Seien Sie geduldig mit dem Sterbenden – und mit sich selbst. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, sondern nur den gemeinsamen Weg, den Sie gehen.
Wenn Sie Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht, professionelle Begleitung in Anspruch zu nehmen. Niemand muss diesen Weg allein gehen.