1. Spezialisierte Palliative Versorgung (ca. 20 % der Fälle)
Die spezialisierte Versorgung kommt zum Einsatz, wenn komplexe medizinische, psychologische oder soziale Bedürfnisse bestehen, die über die Grundversorgung hinausgehen. Sie wird von Fachkräften übernommen, die auf Palliative Care spezialisiert sind.
- Stationäre Hospize: Bieten eine umfassende Betreuung in einer ruhigen, geborgenen Umgebung für Menschen in der letzten Lebensphase.
- Mobile Palliative Versorgung: Fachkräfte, die Betroffene zu Hause unterstützen, um ein Leben in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.
- Palliativstationen: In Krankenhäusern integrierte Einheiten für die intensive Betreuung von Menschen mit schwerwiegenden Symptomen.
- Palliative Konsiliardienste: Spezialisten, die andere Fachärzte und Pflegekräfte beraten, um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.
Die spezialisierte Versorgung spielt eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, schwerwiegende Symptome zu lindern und komplexe Situationen zu managen.
2. Grundversorgung: Breite Basis für Palliative Care (ca. 80% der Fälle)
Die Grundversorgung deckt die grundlegenden medizinischen und pflegerischen Bedürfnisse von Betroffenen ab und ist für den Großteil der Menschen ausreichend. Sie umfasst ein breites Netzwerk von Fachleuten und Einrichtungen:
- Ligen und Vereine: Oft die erste Anlaufstelle für Informationen, Beratung und psychosoziale Unterstützung.
- Spitex (ambulante Pflege): Unterstützt bei der Pflege und Betreuung im eigenen Zuhause.
- Physiotherapeuten: Helfen bei der Mobilität und der Linderung körperlicher Beschwerden.
- Hausärzte: Langjährige Begleiter, die oft eine zentrale Rolle in der Betreuung spielen.
- Spitäler: Bieten allgemeine Versorgung und können bei Bedarf auf spezialisierte Einrichtungen verweisen.
- Pflege- und Wohnheime: Sorgen für die Betreuung von Menschen, die nicht mehr zu Hause leben können.
- Tagesstationen: Entlasten Angehörige und bieten Betroffenen Abwechslung und Betreuung.
- Seelsorger: Begleiten emotional und spirituell, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit.
Die Grundversorgung bildet das Rückgrat der Palliative Care und stellt sicher, dass die meisten Bedürfnisse wohnortnah abgedeckt werden können.
3. Angehörige und ehrenamtliche Helfer: Das Herzstück der Versorgung
Angehörige und ehrenamtliche Helfer sind oft die engsten Begleiter und das emotionale Fundament für Betroffene. Ihre Rolle ist unersetzlich und reicht von alltäglichen Aufgaben bis hin zur emotionalen Unterstützung.
- Angehörige: Sie sind oft die Hauptbetreuungspersonen und übernehmen Pflegeaufgaben, emotionalen Beistand und organisatorische Aufgaben.
- Ehrenamtliche Helfer: Sie schenken Zeit, Zuhören und praktische Unterstützung, oft in enger Zusammenarbeit mit professionellen Anbietern.
Die Unterstützung durch Ehrenamtliche und Angehörige trägt wesentlich zur Lebensqualität bei und ermöglicht es vielen Menschen, so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben.
Ein starkes Netzwerk für individuelle Bedürfnisse
Das Versorgungsnetz Palliative Care ist so aufgebaut, dass es je nach Bedarf die passende Unterstützung bietet. Die Zusammenarbeit zwischen spezialisierter Versorgung, Grundversorgung und Angehörigen sowie ehrenamtlichen Helfern ermöglicht eine ganzheitliche Begleitung – immer mit dem Ziel, die Lebensqualität zu fördern und das Leben in seiner Würde zu schützen, bis zuletzt.
Wenn Sie Unterstützung oder weitere Informationen zu Palliative Care suchen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.